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Google Ads Audit in 45 Minuten: Checkliste für Teams mit klarer Priorisierung

Ein strukturiertes Google Ads Audit für cross-funktionale Teams: Verschwendung erkennen und erste Prioritäten setzen – in 45 Minuten.

Dorothee KrollDorothee Kroll9 Min Lesezeit
Dashboard mit Performance-Kurven

TL;DR

Dieses 45-Minuten-Audit deckt die wichtigsten Baustellen in Google Ads auf: Tracking-Fehler, irrelevante Suchbegriffe, schwache Ads und fehlende Landingpage-Passung. Mit klarer Checkliste und Priorisierung für sofortige Maßnahmen.

Viele Unternehmen analysieren ihre Ads-Accounts selten strukturiert. Die meisten Google-Ads-Konten haben Optimierungspotenzial, das mit einem strukturierten Audit schnell sichtbar wird.

Ein kurzer Audit hilft:

  • Budgetverschwendung zu identifizieren
  • Prioritäten zu definieren
  • Performance messbar zu verbessern

Dieses 45-Minuten-Audit richtet sich an cross-funktionale Teams – Marketing, Sales und Product – die gemeinsam die größten Hebel finden wollen. Das Ziel ist nicht die vollständige Analyse jedes Keywords, sondern ein klarer Überblick über die wichtigsten Baustellen.

Vorbereitung: Was Sie vor dem Audit brauchen

Bevor Sie starten, stellen Sie sicher, dass Sie Zugriff haben auf:

  • Google Ads Account mit mindestens 30 Tagen Daten
  • Web-Analytics-Tool (z.B. Matomo oder GA4) für Verhaltensdaten
  • CRM-Daten (optional, aber wertvoll für Lead-Qualität)
  • Klare Zieldefinition: Was ist eine "gute" Conversion für Ihr Unternehmen?

Wichtiger Grundsatz: Top-Spend-Kampagnen zuerst. Analysieren Sie nicht den gesamten Account auf einmal, sondern fokussieren Sie sich auf die Kampagnen mit dem höchsten Budget.

Die 45-Minuten-Checkliste

Block 1: Tracking und Conversions (10 Minuten)

Ohne korrektes Tracking sind Optimierungen nicht möglich. Wichtige Fragen:

  • Werden Käufe korrekt gemessen? Stimmen die Conversion-Zahlen in Google Ads mit dem Analytics-Tool überein?
  • Werden Leads korrekt erfasst? Zählt ein Lead mehrfach, wenn er das Formular zweimal abschickt?
  • Werden doppelte Conversions vermieden? Deduplizierung ist entscheidend für saubere Daten.
  • Werden Offline-Conversions importiert? Falls ein CRM vorhanden ist: Fließen tatsächliche Abschlüsse zurück?

Häufigster Fehler: Conversion-Aktionen, die Support-Anfragen oder Newsletter-Anmeldungen als "Conversion" zählen und damit die Smart-Bidding-Algorithmen in die falsche Richtung trainieren.

Block 2: Kontenstruktur und Spend-Fokus (5 Minuten)

Ein schneller Überblick über die Kampagnenstruktur:

  • Brand vs. Non-Brand: Wie viel Budget fließt in Brand-Keywords? (Oft zu viel)
  • Competitor-Kampagnen: Laufen diese separat und werden sie separat bewertet?
  • Remarketing: Gibt es dedizierte Remarketing-Kampagnen oder wird alles in einem Topf geworfen?

Block 3: Keyword-Struktur und Search Terms (10 Minuten)

Der Search-Terms-Bericht ist oft die ergiebigste Quelle für schnelle Verbesserungen:

  • Klare Match Types: Gibt es eine saubere Trennung zwischen Exact, Phrase und Broad?
  • Relevante Suchbegriffe: Passen die tatsächlichen Suchanfragen zur Kaufabsicht?
  • Negatives Keyword Set: Werden irrelevante Suchbegriffe systematisch ausgeschlossen?
  • Keyword-Kannibalisierung: Konkurrieren mehrere Keywords um die gleichen Suchanfragen?

Quick Win: In fast jedem Account finden sich Suchbegriffe (Job-Suchen, Support-Anfragen, Informationssuchen), die Budget verbrennen, ohne je zu konvertieren. Diese sofort als Negatives hinzufügen.

Block 4: Anzeigen überprüfen (5 Minuten)

Ads sollten:

  • Relevant sein: Passen Headlines und Beschreibungen zur Suchanfrage?
  • Klare Vorteile kommunizieren: Nicht nur Features, sondern konkreten Nutzen.
  • Zur Landingpage passen: Message Match zwischen Ad und Zielseite.
  • Mindestens 3 RSAs pro Anzeigengruppe: Für ausreichend Testvarianten.
  • Extensions/Assets gepflegt haben: Sitelinks, Callouts, strukturierte Snippets.

Block 5: Landingpage-Bewertung (10 Minuten)

Die beste Anzeige nützt nichts, wenn die Landingpage nicht überzeugt:

  • Ladezeit: Lädt die Seite in unter 3 Sekunden?
  • Klarheit: Versteht der Besucher in 5 Sekunden, was angeboten wird?
  • Mobile Usability: Ist die Seite auf Mobilgeräten voll nutzbar?
  • Trust-Elemente: Bewertungen, Siegel, Garantien sichtbar?
  • Message Match: Stimmt das Versprechen der Anzeige mit der Landingpage überein?
  • Formular-Friction: Wie viele Felder hat das Kontaktformular? (Weniger = besser)

Block 6: Bidding und Budget (5 Minuten)

  • Bidding-Strategie: Ist der Ziel-CPA oder Ziel-ROAS realistisch?
  • "Limited by Budget": Werden Kampagnen durch das Budget eingeschränkt?
  • Saisonalität: Sind Budget-Anpassungen für saisonale Schwankungen eingeplant?

Vom Audit zu konkreten Aktionen

Nach dem Audit erstellen Sie eine Prioritätenliste:

Hohe Priorität (sofort umsetzen):

  • Tracking-Fehler beheben
  • Irrelevante Keywords als Negatives hinzufügen
  • Offensichtlich schwache Ads pausieren

Mittlere Priorität (nächste 2 Wochen):

  • Landingpage-UX optimieren
  • Kampagnenstruktur bereinigen
  • Bid-Strategie überprüfen
  • Neue Ad-Varianten erstellen

Langfristig (nächster Monat):

  • Account-Struktur grundlegend überarbeiten
  • Testing-Framework etablieren
  • Conversion-Tracking erweitern (Offline-Conversions)
  • Reporting-Routinen einführen

Häufige Fallstricke

"Muss ich alles sofort ändern?" – Nein. Fokussieren Sie sich auf die schnellsten Hebel: Negatives, Tracking-Korrekturen und CTA-Verbesserungen bringen oft sofort Ergebnisse.

Lead-Qualität-Blindheit: Viele Leads bedeuten nicht automatisch gute Leads. Wenn das Vertriebsteam die Leads nicht abschließen kann, ist das Tracking möglicherweise auf die falschen Conversions optimiert.

Zu viele Änderungen gleichzeitig: Ändern Sie nicht alles auf einmal. Sonst wissen Sie nicht, was den Unterschied gemacht hat.

Fehlende Review-Routinen: Ein Audit allein reicht nicht. Etablieren Sie wöchentliche Check-ins, in denen das Team die wichtigsten Metriken prüft – nicht nur CPC und Conversion Rate, sondern auch Lead-Qualität und tatsächliche Abschlüsse.

Quellen

Dorothee Kroll

Über Dorothee

UX Expertin und Content-Managerin bei Upscale GmbH.

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