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Business & ROI

Google Ads Audit in 45 Minuten: Checkliste für Teams mit klarer Priorisierung

Ein strukturiertes Google-Ads-Audit für cross-funktionale Teams: Verschwendung erkennen und erste Prioritäten setzen – in 45 Minuten.

Oliver PlitOliver PlitVeröffentlicht am 9 Min Lesezeit
Frau am Schreibtisch analysiert Google-Ads-Daten auf großem Monitor mit Balkendiagrammen in modernem Büro mit Fensterblick.

TL;DR

Die meisten Google-Ads-Konten in Österreich verschwenden täglich Budget durch falsches Tracking, irrelevante Suchbegriffe und Landingpages, die nicht konvertieren. Dieses 45-Minuten-Google-Ads-Audit zeigt dir Schritt für Schritt mit konkreter Checkliste und klarer Priorisierung für sofortige Maßnahmen.

Viele Unternehmen analysieren ihre Ads-Accounts (also die Konten, in denen du ihre Google-Anzeigen verwalten) selten strukturiert. Die meisten Konten haben dieselben drei Probleme: falsches Conversion-Tracking (die Messung, ob ein Klick wirklich zu einer gewünschten Aktion geführt hat), Budget auf irrelevanten Suchbegriffen und Anzeigen, die nicht zur Landingpage passen.

Ein kurzes Audit hilft dir dabei:

  • Budgetverschwendung zu identifizieren
  • Prioritäten zu definieren
  • Performance messbar zu verbessern

Bei Upscale sehen wir das bei fast jedem neuen Konto, das österreichische mittelständische Unternehmen zu uns mitbringen. Die gute Nachricht: Die größten Hebel sind in 45 Minuten anwendbar, ohne dass du jeden einzelnen Suchbegriff analysieren musst.

Vorbereitung: Was braucht man alles für eine Google Ads Analyse?

Bevor du startest, stelle sicher, dass du Zugriff hast auf:

  • Google Ads Account mit mindestens 30 Tagen Daten
  • Web-Analytics-Tool GA4 (Google Analytics 4, die aktuelle Version von Google Analytics) oder Matomo (eine datenschutzfreundliche, in der EU gehostete Alternative).
  • CRM-Daten: CRM steht für Customer Relationship Management, das System, in dem du Kundendaten und Verkaufschancen verwaltest, optional aber wertvoll für die Beurteilung der Lead-Qualität.
  • Klare Zieldefinition: Was ist eine "gute" Conversion für Ihr Unternehmen? Ein Newsletter-Abo, ein Lead, ein Umsatz von mindestens 200 Euro?

Wichtiger Grundsatz: Top-Spend-Kampagnen zuerst. Analysiere nicht den gesamten Account auf einmal, sondern fokussiere dich auf die Kampagnen mit dem höchsten Budget.

Die 45-Minuten-Checkliste

Block 1: Tracking und Conversions (10 Minuten)

Ohne korrektes Tracking sind Optimierungen nicht möglich. Wichtige Fragen:

  • Werden Käufe korrekt gemessen? Stimmen die Conversion-Zahlen in Google Ads mit dem Analytics-Tool überein? Prüf das mit dem Google Tag Assistant oder dem Preview-Modus im Google Tag Manager.
  • Werden Leads korrekt erfasst? Zählt ein Lead mehrfach, wenn er das Formular zweimal abschickt?
  • Werden doppelte Conversions vermieden? Reduzierung von doppelten Zählungen ist entscheidend für saubere Daten.
  • Werden Offline-Conversions importiert? Offline-Conversions sind Abschlüsse, die außerhalb der Website stattfinden, z.B. ein telefonischer Vertragsabschluss, der nachträglich ins Google-Ads-Konto importiert wird.

Der häufigste Fehler im Google-Ads-Analyse Audit: Newsletter-Anmeldungen als Conversion zählen und das Smart-Bidding (automatische Gebotsstrategien von Google, die per KI die Klickpreise pro Auktion festlegen) in die falsche Richtung trainieren.

Block 2: Kontenstruktur und Spend-Fokus (5 Minuten)

Ein schneller Überblick über die Kampagnenstruktur:

  • Brand vs. Non-Brand: Brand-Keywords sind Suchanfragen mit deinem Markennamen, Non-Brand sind generische Begriffe. Wie viel Budget fließt in Brand-Keywords? (Oft zu viel, weil hier ohnehin schon Kaufabsicht besteht.)
  • Competitor-Kampagnen: Laufen Anzeigen auf Mitbewerber-Namen separat und wird es separat bewertet?
  • Remarketing(gezielte Anzeigen an Nutzer, die deine Website schon einmal besucht haben): Gibt es dedizierte Remarketing-Kampagnen oder wird alles in einen Topf geworfen?

In fast jedem Google-Ads-Konto finden sich Suchbegriffe, die Budget verbrennen, ohne je zu konvertieren. Hier wird es gefunden und gelöst.

Block 3: Keyword-Struktur und Search Terms (10 Minuten)

Der Search-Terms-Bericht zeigt die tatsächlichen Suchanfragen, mit denen Nutzer auf deine Anzeigen gestoßen sind. Er ist oft die ergiebigste Quelle für schnelle Verbesserungen:

  • Klare Match TypesMatch Types sind Übereinstimmungstypen, die regeln, wie genau eine Suchanfrage zum Keyword passen muss. Exact = genau, Phrase = sinngemäß, Broad = weit gefasst. Gibt es eine saubere Trennung?
  • Relevante Suchbegriffe: Passen die tatsächlichen Suchanfragen zur Kaufabsicht?
  • Negatives Keywords: Negative Keywords sind auszuschließende Suchbegriffe, bei denen deine Anzeige nicht erscheinen soll. Werden irrelevante Begriffe systematisch ausgeschlossen?
  • Keyword-Kannibalisierung: Das ist der Effekt, wenn zwei deiner eigenen Anzeigen gegeneinander bieten und so den Preis hochtreiben. Konkurrieren mehrere Keywords um die gleichen Suchanfragen?

Quick Win: (also eine Maßnahme mit geringem Aufwand und sofort sichtbarem Effekt): In fast jedem Account finden sich Suchbegriffe wie Job-Suchen, Support-Anfragen oder rein informelle Anfragen, die Budget verbrennen, ohne je zu konvertieren. Diese sofort als Negatives hinzufügen.

Du willst wissen, welche Suchbegriffe in deinem Google-Ads-Konto gerade Budget verbrennen? Bei Upscale analysieren wir das für österreichische KMU kostenlos und ohne Verpflichtung. Jetzt kostenloses Audit anfragen.

Block 4: Anzeigen überprüfen (5 Minuten)

Anzeigen sollten:

  • Relevant sein: Passen Headlines und Beschreibungen zur Suchanfrage?
  • Klare Vorteile kommunizieren: Nicht nur Features, sondern konkreten Nutzen.
  • Zur Landingpage passen: Message Match, also die inhaltliche Deckung von Anzeige und Zielseite.
  • Mindestens 3 RSAs pro Anzeigengruppe: RSA steht für Responsive Search Ads, also automatisch zusammengestellte Textanzeigen, bei denen Google verschiedene Headlines und Beschreibungen kombiniert. Drei Varianten geben Google genug Material zum Testen.
  • Extensions/Assets gepflegt haben: Sitelinks (zusätzliche Links unter der Anzeige), Callouts (kurze Vorteils-Texte) und strukturierte Snippets (z.B. Produktkategorien) geben deiner Anzeige mehr Platz und mehr Klickoptionen

Block 5: Landingpage-Bewertung (10 Minuten)

Die beste Anzeige nützt nichts, wenn die Landingpage nicht überzeugt:

  • Ladezeit: Lädt die Seite in unter 3 Sekunden? Prüfen mit PageSpeed Insights, GTmetrix oder WebPageTest.
  • Klarheit: Versteht der Besucher in 5 Sekunden, was angeboten wird?
  • Mobile Usability: Ist die Seite auf Mobilgeräten voll nutzbar?
  • Trust-Elemente: Bewertungen, Siegel, Garantien sichtbar?
  • Message Match: Stimmt das Versprechen der Anzeige mit der Landingpage überein?
  • Formular-Friction: Wie viele Felder hat das Kontaktformular? (Weniger = höhere Abschlussrate.)
  • Schema Markup nicht vergessen. Schema Markup sind strukturierte Daten im Format JSON-LD, die Suchmaschinen und KI-Crawlern den Inhalt einer Seite maschinenlesbar erklären. Testen mit dem Rich Results Test von Google.

Laut Google führen langsame Ladezeiten direkt zu niedrigeren Conversion-Rates und Googles KI vermindert dein Anzeigenbudget automatisch, wenn die Landingpage-Erfahrung schlecht bewertet wird. Mehr Hintergrund dazu im Mobile Page Speed Benchmark von Think with Google.

Geschäftsmann im dunkelblauen Sakko sitzt an einem Holztisch in einem hellen Büro und zeigt mit dem Stift auf den Bildschirm eines Laptops, auf dem ein Google-Ads-Dashboard mit Kampagnen-Übersicht zu sehen ist, daneben ein zweiter Laptop mit Performance-Diagrammen.

Block 6: Bidding und Budget (5 Minuten)

Die Bidding-Strategie (also die Gebotsstrategie, nach welcher Regel Google für dich auf Klicks bietet) entscheidet, ob dein Budget effizient eingesetzt wird:

  • Ziel-CPA oder Ziel-ROAS realistisch? CPA steht für Cost per Acquisition, also was du im Schnitt für eine gewonnene Conversion bezahlst. ROAS steht für Return on Ad Spend, das Verhältnis von Umsatz zu Werbeausgaben.

  • "Limited by Budget": Diesen Status vergibt Google, wenn eine Kampagne ihr Tagesbudget regelmäßig ausschöpft und dadurch Klicks verpasst. Welche Kampagnen sind betroffen?

  • Saisonalität: Sind Budget-Anpassungen für saisonale Schwankungen eingeplant?

Vom Audit zu konkreten Aktionen

Ein Google-Ads-Audit ohne Prioritätenliste ist nur eine lange To-do-Liste. Fang mit den drei schnellsten Hebeln an: Negatives, Tracking-Korrekturen, CTA-Verbesserungen (CTA = Call-to-Action, also der Button oder Link, der den Nutzer zur gewünschten Aktion bewegt).

Nach dem Audit erstelle eine Prioritätenliste:

Hohe Priorität (sofort umsetzen):

  • Tracking-Fehler beheben
  • Irrelevante Keywords als Negatives hinzufügen
  • Offensichtlich schwache Ads pausieren

Mittlere Priorität (nächste 2 Wochen):

  • Landingpage-UX optimieren (UX = User Experience, das gesamte Nutzungserlebnis)
  • Kampagnenstruktur bereinigen
  • Bid-Strategie überprüfen
  • Neue Ad-Varianten erstellen

Langfristig (nächster Monat):

  • Account-Struktur grundlegend überarbeiten
  • Testing-Framework etablieren
  • Conversion-Tracking erweitern (Offline-Conversions)
  • Reporting-Routinen einführen

Häufige Fehler

"Muss ich alles sofort ändern?" Fokussieren Sie sich auf die schnellsten Hebel: Negatives, Tracking-Korrekturen und CTA-Verbesserungen bringen oft sofort Ergebnisse.

Qualität vor Quantität: Viele Leads bedeuten nicht automatisch gute Leads. Wenn das Vertriebsteam die Leads nicht abschließen kann, ist das Tracking möglicherweise auf die falschen Conversions optimiert.

Zu viele Änderungen gleichzeitig: Ändere nicht alles auf einmal. Sonst wissen Sie nicht, was den Unterschied gemacht hat.

Fehlende Review-Routinen: Ein Audit allein reicht nicht. Etabliere wöchentliche Check-ins, in denen das Team die wichtigsten Metriken prüft – nicht nur CPC (Cost per Click, der Preis pro Anzeigenklick) und Conversion Rate, sondern auch Lead-Qualität und tatsächliche Abschlüsse.

Veraltete Anzeigentexte werden übersehen. Google bevorzugt aktive, regelmäßig aktualisierte Kampagnen. Wer Anzeigentexte länger als 90 Tage unangetastet lässt, riskiert einen sinkenden Qualitätsfaktor (Googles Bewertung von 1 bis 10, wie gut Keyword, Anzeige und Landingpage zusammenpassen, beeinflusst direkt den Klickpreis) und zahlt damit mehr pro Klick.

Inspiration für Anzeigentexte und Dashboard-Setups findest du in diesem YouTube-Guide.

Quellen

Oliver Plit

Über Oliver

Content-Manager bei Upscale GmbH

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